7 Geschichten des Versatile Bloggers

Frau Rosmarin hat 7 Sauereien aus Ihrem – wie sie meint - unbescheidenen Leben auszubreiten, die Sie bisher verschwiegen hatte.

gruener_award

Und Frau bartynova (Link) beschreibt den Preis so:

Es sind sieben Dinge über sich zu erzählen und danach 15 weitere Blogs mit dem Award zu "beglücken"! - okay, mal sehen ob ich das schaffe.

Nummer 1: Der Schreiberling
Ich schreibe seit dem ich 17 bin. Angefangen hat alles auf einem alten Amiga 500. Doogie Houser aka Barney hat mich dazu inspiriert und mein erstes „Buch“ hat gleich Wellen geschlagen. Weil der blöde Computer bzw. die Diskette immer gleich hin waren, habe ich immer alles ausgedruckt. Ich denke meine ersten 100 Seiten habe ich so, etwa drei mal geschrieben. Beim vierten Mal habe ich dann Maschinenschreiben gelernt und kann es bis heute. Ich habe weitergeschrieben und weitergeschrieben. Dann kam der PC, dann Word 2000, 2003 usw. es gab nur einmal eine Phase von 4 Jahren als ich nicht schrieb. Als ich mit der Frau mit Kind zusammen war. Da hatte ich andere Sorgen ;-) ansonsten immer. Mittlerweile sind es wohl an die 1.000 Seiten auf dem Computer und ich brauche die Einträge nur „anzulesen“ und weiß, was damals war – in welcher Stimmung ich war. Arg wie sich schreiben in das Gehirn brennt.

Nummer 2: Der Lateiner
Als ich mit 19 – und damit mit einem Jahr Verspätung – meine Matura machte bzw. versuchte zu machen scheiterte es wieder einmal an dem Fach Latein. Wie so oft. Also musste ich über die Ferien einen Schulkurs suchen, um das Vergessene wieder aufzuholen. Ich fand ihn auch in der nächsten großen Stadt. – 2 Jahre davor war ich einer von diesen coolen Typen in der Schule und wurde von einer damals 15 jährigen angehimmelt. Es war klar – die wollte mit mir Ihr ersten Mal haben und mir war klar – sie war mir egal. Aber geil, wie in dem Alter halt, tat ich halt was man(n) tun musste und trieb es mit Ihr ohne Rücksicht auf Verluste. Als der Reiz nachließ, beendete ich die Geschichte und einer meiner besten „Freunde“ nahm sich Ihrer an. Danach ein Freund von ihm. Kurz um: Ihr Ruf war ihr vorauseilend und damit ruiniert. Ich besuche also den Lateinkurs und als ich den Eingangsbereich betrete, fällt mein Blick eben auf diese damalige „Freundin“. Okay, peinliche Situation. Kurzes Gespräch. Ich sage, dass ich hier wegen Latein wäre. Sie meinte: Sie auch. Ich erinnere mich, dass sie eine super Schülerin war und bin verwundert. Sage ihr das auch. Sie meint:“ Doch nicht als Schüler, sondern als Lehrerin“. Okay, habe den Eingangsbereich verlassen und mir einmal ein Bier gekauft. NATÜRLICH hat sie mich die zwei Wochen wirklich leiden lassen. Zu recht. Die Latein Prüfung habe ich dann geschafft. ;-)

Nummer 3: Ich und Tylor Durton (
Link)
„Alles was Du hast, hat Dich“ sagt Tylor in Fight Club und dieser Film hat mich so beeindruckt und so inspiriert, dass ich – so vermute ich – nie anders werde leben können. Ich kann mit Besitz nicht umgehen – ist mir auch total egal. Ich schaffe es einfach nicht, mich an Dingen zu freuen, weil ich mir dann immer denke „Scheiße, was wenn das dann mal weg ist, kaputt oder sonst was!“. Ich habe teilweise als Student mehr Geld verdient als jetzt (es lebe die Internetbase) aber mit dem Geld habe ich mir selten was gekauft, dafür 100+1 Leute zum Urlauben, Essen was auch immer eingeladen. Ich war immer auf der Suche nach Emotionen – nie nach Dingen. Und es fuckt mich an. Seit drei Jahren will ich mir so einen scheiß Fernseher kaufen und immer verschiebe ich es zumindest um ein Jahr.

Nummer 4: Ich und das Essen
Als ich aufhörte zu „essen“ wusste ich damals nicht, wo mich das hinführen würde. Ich wollte nur endlich diesen Schmerz vergessen. 2002 fing alles an. Es fing eigentlich nicht an. Ich „begann“ es. Ist startete damit 2 Wochen vor meinem ersten Marathon. Lief mit leerem Magen mehr als 35 km und ging dann k.o. DAS und genau DAS war der Moment wo ich wusste, was ich die nächste Zeit suchen würde. Ich wollte wissen, wie sehr und wie weit ich gehen konnte. Und tat es. In den ersten 6 Monaten nahm ich 10kg ab. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings schon sehr sportlich und mit 10kg weniger, sah ich alles andere als gesund aus. Irgendwann – so nach 2 Jahren, wurde aus dem Nicht-Essen ein „Fressen“ und die Bulimie war da. Das „passierte“ mir im Gegensatz zum „nicht Essen“ einfach. Tja: 3 Jahre später hatte ich im Schnitt 1.000 mal gekotzt. Hatte alles schon mal gegessen und auch gesehen wie es wieder raus kam. „Verbrauchte“ oftmals mehr als 100 Euro pro Tag für diverse Fressanfälle… und verdiente 200 Euro am Tag weil ich durch die Bulimie und das Nicht-Essen härter und länger arbeiten konnte als viele andere… und irgendwann wars dann wieder vorbei. Nach 5 Jahren beschloss ich, dass das jetzt ein Ende haben sollte und „tat so“ als würde ich „normal“ leben.

Nummer 5: Sport ist Mord
…und fing an Sport exzessiv zu treiben. Sport gab mir das selbe Gefühl wie das Kotzen am Anfang. Ich fing mit dem Marathon Laufen an, dann lernte ich Schwimmen, irgendwann kam das Radfahren dazu. Nächstes Jahr „feiere“ ich mein 10jähriges Marathon-Jubiläum. Ich weiß nicht wie viele 1.000de Kilometer ich schon gelaufen bin. Extrem viel. Anfangs wollte ich mich mit dem Sport nur vom Essen ablenken. Irgendwann merkte ich, dass ich damit meinen Kopf beruhigen konnte. Aber es war noch immer ein „gegen“ meinen Körper tun. Vor 5 Jahre machte ich dann meinen ersten Ironman, trainierte mehr als 13h in der Woche dafür und war wieder einmal „süchtig“. Erst „Die Hölle“ erlöste mich von dieser Sucht wieder und ich lernte Sport aus einer ganz anderen Sichtweise kennen. Heute trainiere ich noch immer. Mache noch immer einen Ironman pro Jahr, laufe 2 Marathons und etwa 10 Halbmarathons. Heute laufe ich „mit“ meinem Körper und nicht mehr gegen ihn. Sport war für mich jahrelang nur dann gut, wenn ich dabei leiden konnte. Heute ist es so, dass ich es nicht mal mehr 5 Minuten aushalte bei einem Sport zu leiden.

Nummer 6: Ich und meine Hängetitten
Okay, jemanden wie mir muss man nix über Selbst- und Fremdbild erzählen. Ich werde das NIEEE relaistisch sehen. Meine größte Angst ist aber, die selben Hängetitten zu bekommen wie mein Vater und wenn ich nur daran denke, habe ich schon das Gefühl, dass ich sofort Laufen gehen sollte und nur die Hälfte essen. Das darf, kann und wird NIEMALS passieren. Ich schwöre.

Nummer 7: Der schönste Tag in meinem Leben

Den kann ich genau fest machen. Er war im Alter von 18 Jahren an einem strahlenden Sommertag. Es war warm, blauer Himmel mit diesen Formwolken. Viele Freunde um mich. Party der besten Freundin und einer meiner Jugendliebe und ich voll auf LSD von 16 uhr am Nachmittag an bis zum nächsten Tag um 10 in der Früh. Was ich an diesem Tag erlebte, was ich spürte was ich gesehen habe war so sensationell und so voll die Wärme, dass ich einfach nur diesen Tag nennen kann. Teilweise verbanden sich die Wolken zu einem optischen Gesamtkunstwerk. Teilweise sah ich die Aura der Leute und konnte spüren, wo und wie sie drauf waren. Einfach: ein genialer Tag ohne irgendwelche Horrorerlebnisse – wie ich sie auch erlebt hatte.

So das waren sie also die 7 Geschichten. Gar nicht so leicht, wie man sich das am Anfang vorstellt.
rosmarin - 27. Nov, 21:28

hach.... ich freu mich, dass Sie das Stöckerl aufgegriffen haben und lese gespannt, schmunzelnd, erschrocken und wieder schmunzeln. :-)

schafdeluxe - 28. Nov, 01:28

danke

ein wunderbares stockerl. echt schön, danke, dass du die 7 geschichten mit uns geteilt hast.

ps: wennst wieder beim ironman läufst, gib bescheid, ich schmeiss dir am finish a wasserflasche zu ;)

beste grüße aus ktn

jeanluc78 - 28. Nov, 08:23

Wie Du weißt, muss man sich immer schon am nächsten Tag anmelden - habe ich auch getan. :-)
Also bin ich auch nächstes Jahr wieder in Ktn dabei.

Ist einfach "mein" Ding.
Timi

Schau ma mal ob du mich triffst
lost.in.thought - 28. Nov, 11:03

@ Timi - bin auch immer da, obwohl ich glaube dass der Lindwurm als hotspot für die Wasserflasche besser geeignet ist, so nach der Marathon - Halbzeit ;-)
jeanluc78 - 28. Nov, 23:58

also wenns danach geht, dann bevorzuge ich bitte den verdammten rupperti Berg beim zweite mal. das ist dann immer ganz hart (zumindest für mich als nicht so toller radler).

Halt so eine veranstaltung für leute die nichts besseres zu tun haben also sich einen Tag lang im Jahr die endorphine pur reinzuhauen :-)

Ich zehre wirklich eiin ganzes Jahr davon.
Wahnsinns Erfahrung.
lost.in.thought - 29. Nov, 07:17

jupp... Rupertiberg stehn wir auch immer um mein Bruderherz da hinauf zu jagen - ist mir nach wie vor völlig unvorstellbar wie ein Mensch das überhaupt schaffen kann - und im finish heul ich jedes mal (für JEDEN *g*)

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Timis Distress

Anfang 30, beziehungsgestört, essgestört und immer wieder hoffnungsvoll reisend, ohne jemals ankommen zu wollen.

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Finchen, das ist eines...
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